Ende der achtziger Jahre entwickelte die amerikanische Psychotherapeutin Francine Shapiro eine außergewöhnliche Methode zur Behandlung von post­traumatischem Stress: EMDR.

1996 gab der SPIEGEL dann dieser auch in Deutschland neu eingeführten Methode den Namen Winke-Winke-Therapie. Man war fasziniert und alarmiert über die neue Idee aus Amerika, psychische Blockaden einfach „wegwinken“ zu können. 

Tatsächlich spielen bei dieser Methode schnelle Fingerbewegungen vor den Augen des Klienten eine entscheidende Rolle. Der Klient folgt diesen Bewegungen mit seinem Blick. Die so erzielten raschen Augenbewegungen simulieren im Wachzustand die REM-Schlafphasen (Rapid Eye Movement), die sich durch schnelle Augenbewegungen bei geschlossenen Augenlidern und starker Traumaktivität bei stark verringertem Muskeltonus auszeichnen. EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing (Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen). 

Der positive Effekt der schnellen Augenbewegungen beruht darauf, dass gleichzeitig beide Gehirnhälften aktiviert werden und unverarbeitete belastende Erlebnisse oder Ängste kognitiv reaktiviert und wie im REM-Schlaf verarbeitet werden.

 

EMDR zählt heute weltweit mit zu den effektivsten Psychotherapiemethoden bei posttraumatischem Belastungsstörungen und Phobien und ist die am gründlichsten untersuchte Trauma-Therapie. Die Wirksamkeit von EMDR ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Die Forschungsergebnisse zeigen: Nach nur wenigen oder oft nur einer einzigen Sitzung mit EMDR fühlen sich 80 Prozent der Patientinnen und Patienten deutlich entlastet. 

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